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29. Juni 2026Wie war das damals als Oma und Opa zur Schule gingen? Wie war es bei deren Eltern? Mit diesen Fragen auf den Lippen gingen die Zweitklässler der Grundschule Kürnach zur Geschichtsscheune, die vom Heimatverein „Kürnacher Geschichten“ mit geschichtsträchtigen Dingen bestückt und gepflegt wird. Die Scheune steht in einem Dreiseitenhof, dessen Aufbau von Frau Bauer den Kindern erklärt wurde. Die Neugierde weckte vor allem das Klassenzimmer, das wie früher eingerichtet war. Doch bevor es hineinging, mussten die Mädchen sich eine Schürze überziehen, so wie es früher üblich war, wenn sie zur Schule gingen. Den Schülern und Schülerinnen fielen sofort die engen Holzbänke auf. Frau Grümpel ließ die Kinder nach Körpergröße sich setzen und wies damit darauf hin, dass in der sogenannten Volksschule es oft nur eine einzige Klasse gab, in der alle Kinder vom Erstklässler bis zum Abschlussjahrgang gemeinsam unterrichtet wurden. So brauchte man für 40 bis 50 Kinder nur einen Lehrer und einen Klassenraum. Die Hände wurden auf den Schultisch gelegt und nach Aufruf musste man aufstehen und seine Antwort in einem ganzen Satz sagen. Das wurde auch gleich ausprobiert und hinterließ bei den Kindern Eindruck. Beim Umschauen im Klassenzimmer entdeckten die Kinder neben vielen anderen Sachen, die alten Schreibschriften, wie die Sütterlin Schrift und die Lateinische Ausgangsschrift, die sogar noch von ihren eigenen Eltern gelernt wurde. Auch die Schreibmaterialien änderten sich von Griffel und Schiefertafel zu weicheren Stiften und Tafeln und dann später auf Bleistift und Hefte. Mit Begeisterung für das Thema stellten die Kinder viele Fragen an das „Fräulein Lehrerin“ und übten konzentriert auf der Schiefertafel zu schreiben.
Die Kinder von früher lernten nicht nur fleißig, sie spielten genauso wie die heutigen Schüler und Schülerinnen – nur waren es eben andere Spielsachen. So stellte ihnen Frau Bauer unter anderem den Kreisel vor, den man mit einer „Peitsche“ am Laufen halten musste. Das war gar nicht so einfach, aber unter den Kindern gab es ein paar Naturtalente, die dann großen Applaus erhielten. Zum Schluss durften sich alle noch einen Tischkreisel basteln und als Erinnerung mit nach Hause nehmen.
Die zweiten Klassen und ihre Lehrerinnen bedankten sich bei den beiden ehrenamtlichen Frauen für ihren Einsatz und ihre Zeit mit einem kleinen Geschenk und der Rückmeldung, dass ihnen alles so gut gefallen hat, dass sie gerne einmal wiederkommen würden.
Barbara Schraut






